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The Social Pulse: Restaurant-Gast beißt in Burger - und soll Verzichtserklärung unterschreiben

Worüber im Netz diskutiert wird und warum

Im kanadischen Toronto hat ein US-Amerikaner einen Burger bestellt, wobei er das Patty gerne medium gebraten haben wollte. Letztendlich bekam er, was er wollte – doch den Burger essen konnte er trotzdem nicht mehr.

Cheeseburger mit Pommes frites
Lecker, so ein Hamburger, oder? Das ist Ansichtssache und hängt nicht zuletzt von der Garstufe des Fleischpattys ab. (Foto Getty)

Ziemlich verwirrt und auch ein bisschen verunsichert hat ein US-Amerikaner auf Reddit ein Erlebnis geteilt, das ihn ratlos zurückgelassen hat. Während eines Aufenthaltes im kanadischen Toronto hatte er im Restaurant eines Hilton-Hotels einen Burger bestellt. Medium, wie er schreibt, was von der Kellnerin kommentarlos notiert worden wäre. Als sie den Burger schließlich gebracht hätte, hätte dieser super ausgesehen, so der Gast weiter.

Doch in dem Moment, in dem er einen kräftigen Biss genommen habe, sei die Kellnerin mit einem Formular zu ihm gekommen. Es sei in ihrem Restaurant üblich, die Burger well done, also durchgebraten zu servieren, teilte sie ihm mit. Da er seinen Burger aber ausdrücklich medium gebraten wollte, solle er jetzt das Formular unterschreiben. Worum es sich dabei handelte: Eine Verzichtserklärung für den Fall, dass der Gast aufgrund des nicht durchgebratenen Hackfleischs an einer Lebensmittelvergiftung erkranken sollte. Na dann, guten Appetit!

"Wie könnte man so etwas unterschreiben und dann weiter essen?", fragt der Mann, der den Burger daraufhin bezahlte, aber größtenteils stehen ließ. Ob ein solches Vorgehen in Kanada normal sei, wollte der US-Bürger überdies wissen und fragte sich, warum die Kellnerin ihn nicht zumindest bei der Bestellung schon auf das merkwürdige Prozedere hingewiesen hätte.

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Burger gehören ganz durchgebraten

Die Kommentare zu dem Post fallen durchaus gemischt aus. Ein User schrieb, Burger würden allgemein nur well done serviert, da bei Hackfleisch generell ein höheres Risiko für Krankheitserreger bestehe. "Ich bin schockiert, dass sie dir überhaupt einen medium gebratenen Burger serviert haben", pflichtete ihm ein weiterer User bei. In Kanada sei das alles andere als üblich. "Die meisten Restaurants würden den Burger gar nicht erst medium braten, darum bin ich nicht überrascht, dass sie dir eine Verzichtserklärung gegeben haben", lautet ein weiterer Kommentar. Eine Kanadierin meinte andersherum, sie sei geschockt gewesen, als sie zum ersten Mal einen Burger in den USA gegessen hätte. Das Fleisch sei noch pink gewesen und sie hätte zuvor noch nie erlebt, dass Hackfleisch nicht durchgegart serviert worden wäre.

Das Formular zumindest finden viele User fragwürdig

Und doch gab es auch Menschen, die die Verwirrung des Amerikaners verstehen konnten: "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Restaurant tatsächlich eine Verzichtserklärung hat, und die Kellnerin hätte dies auf jeden Fall erwähnen sollen", schrieb ein Nutzer unter den Post. Ein weiterer erkannte eine gewisse Idiotie in der Tatsache, dass der Gast zuerst in den Burger beissen konnte, bevor er die Verzichtserklärung bekommen hatte. "Das beweist, dass sie selbst wissen, wie sinnlos das ist."

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Sollte er wirklich gesundheitliche Probleme bekommen, würde das Restaurant aber ungeachtet des Formulars Ärger mit der Gesundheitsbehörde bekommen. Eine kanadische Kellnerin konnte der Sache aber etwas Gutes abgewinnen. Sie selbst würde immer wieder von Amerikanern nach Medium-Burgern gefragt, die dann sauer auf sie wären, weil sie ihnen diese nicht anbieten könne. Insofern sei das Formular ein guter Kompromiss.

Auf Hackfleisch können sich Krankheitserreger optimal vermehren

Fakt ist, dass Hackfleisch im Hinblick auf mögliche Krankheitserreger ein Risikoprodukt ist. Das Bundeszentrum für Ernährung weist darauf hin, dass rohe Lebensmittel tierischen Ursprungs naturgemäß mit Bakterien wie Escherichia coli (E. coli), Salmonellen oder Listerien belastet sein können. Zudem bestehe die Gefahr von Verunreinigungen bei der Herstellung und Zubereitung. Aufgrund der Zerkleinerung hat Hackfleisch zudem eine große Oberfläche, die wiederum ideale Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen böte. Erst, wenn das Hackfleisch bei einer Kerntemperatur von mindestens 70 Grad zwei Minuten lang durcherhitzt werde, würden die meisten Krankheitserreger absterben.

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Laut dem Lebensmittelleitfaden der Stadt Ontario muss Hackfleisch sogar mindestens 15 Sekunden lang bei einer Temperatur von 71 Grad gegart werden. Gegenüber Now Toronto teilte Hilton auf Anfrage mit, in diesem speziellen Hotel Ausnahmen zu gewähren. Allerdings sei dies keine Standardpraxis in den Restaurants der Hotelkette.

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