Wahr oder falsch? Die größten Food-Sommermythen im Check

Larissa Kellerer
Freie Autorin

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und langsam aber sicher kommt der Sommer nach Deutschland. Mit im Gepäck: die zahlreichen Sommermythen, die jedes Jahr aufs Neue erzählt werden. Welche davon wirklich stimmen? Yahoo hat den Faktencheck gemacht!

Nach dem Kirschen essen ist zu gut Wasser trinken? (Symbolbild: Getty Images)

Mythos Nummer 1: Nach dem Verzehr von Kirschen sollte man kein Wasser trinken

Die Antwort: Wer nicht zu viele der kleinen roten Früchte verspeist, sollte im Normalfall keine Probleme mit Bauchweh, Blähungen, Durchfall und Co. bekommen. Wahrscheinlich stammt die Warnung noch aus einer Zeit, in der das Trinkwasser eine schlechte Qualität hatte.

Zwar finden sich auf der Schale von Kirschen häufig Hefepilze, im Magen haben die Keime allerdings kaum eine Chance zu überleben, da sie von der Magensäure abgetötet werden. Doch Vorsicht: Isst man mehr als 500 Gramm Kirschen auf einmal, kann der Magen überfordert sein, da die Hefepilze den Zucker aus den Kirschen zu Alkohol vergären und dabei entsteht Kohlendioxid, das durchaus Blähungen verursachen kann. Wer gleichzeitig viel trinkt, kann dazu die Magensäure verdünnen und den Effekt verstärken.

Mythos Nummer 2: Beim Eis essen Finger weg von Wasser und Softdrinks

Auch dieser Mythos entstammt vermutlich aus der Zeit, als die Trinkwasserqualität deutlich schlechter war. Hinzu kommt, dass das frische Speiseeis früher nicht so gut gelagert werden konnte wie heute. Es war also durchaus möglich, dass bereits beim Essen Bakterien im Eis waren. Und durch die Getränke sind diese vermutlich schneller in den Darm gerutscht, was folglich zu Durchfällen führen konnte.

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Da Eisdielen heutzutage strengen Hygiene-Regeln unterliegen, gehört dieser Mythos der Vergangenheit an!

Mythos Nummer 3: Warme Getränke helfen besser gegen die Hitze als kalte

Endlich mal ein Mythos, der stimmt! Denn um die kalte Flüssigkeit zu erwärmen, muss unser Körper arbeiten und den Stoffwechsel aktivieren. Und das führt dazu, dass man noch stärker schwitzt. Das Gleiche passiert übrigens auch bei zu heißen Flüssigkeiten, am besten eignen sich Getränke die ungefähr Körpertemperatur haben.

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Übrigens: Eine kleine Prise Salz im Wasser, ungesüßtem Tee oder Co. hilft unserem Körper dabei, den durch das Schwitzen ins Ungleichgewicht gebrachten Mineralstoffhaushalt wieder in Gleichgewicht zu bringen.

Sollte man mit vollem Magen wirklich schwimmen gehen?

Mythos Nummer 4: Nach dem Essen nicht schwimmen gehen

Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser. So steht es in den Baderegeln der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Allerdings nicht aus medizinischen oder wissenschaftlichen Gründen, denn es gibt keinerlei Verbindung zwischen Schwimmen, Essen und den so oft beschworenen Magenkrämpfen.

Allerdings – und deswegen gibt es die Baderegel vom DLRG – schlucken Kinder beim Spielen im Freibad oder am See häufig Wasser. In Kombination mit einem vollem Magen könne dies zu Übelkeit und Erbrechen führen.

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Mythos Nummer 5: Quark hilft gegen Sonnenbrand

Tatsächlich hilft das beliebte Hausmittel gegen den schmerzenden Sonnenbrand. Allerdings nur wegen der leichten Kälte des Quarks, der meist kurz vor dem Auftragen aus dem Kühlschrank geholt wird. Eine entzündungshemmende Wirkung hat Quark allerdings nicht.

Im Gegenteil: Durch die Bakterien in den Milchprodukten können Infektionen ausgelöst werden. Auf Quark, Jogurt, Buttermilch und Co. sollte man bei einem Sonnenbrand also lieber verzichten und stattdessen auf spezielle After-Sun-Produkte zurückgreifen.

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