Weihnachtsbaum im Topf: So pflegt man ihn richtig – auch nach dem Fest

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Immer mehr Menschen kaufen – in der Hoffnung auf mehr Nachhaltigkeit – statt einem klassisch gefällten Weihnachtsbaum einen lebenden Baum im Topf. Ob der wohl bis Weihnachten 2020 überleben wird? Vielleicht – wenn du folgende Tipps beachtest.

Mit ein paar Tipps und Tricks überlebt dein Baum im Topf bis zum nächsten Weihnachtsfest (Bild: Getty Images)

Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland jedes Jahr zum Fest verkauft. Immer mehr Käufer entscheiden sich –  meist aus ökologischen Gründen – für ein Exemplar im Topf: einen Baum, der nicht seiner Wurzeln beraubt wurde und zumindest theoretisch noch die Möglichkeit hat, im Topf oder Garten auch nach dem Fest noch eine Zukunft zu haben.

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Die Praxis sieht jedoch oft anders aus – wegen falscher Pflege, aber auch wegen falscher Behandlung im Vorfeld sterben viele Topfbäume nach kurzer Zeit ab. Nicht gerade Sinn der Sache. Darauf sollte man beim Kauf und bei der Pflege achten.

Oh Tannenbaum? Im Topf fühlt sich die Fichte wohler

Beim Kauf sollte man sich am besten nicht für eine Nordmanntanne entscheiden, sondern besser für eine Fichte. Der Grund: Tannen bilden Pfahlwurzeln aus, die nicht in die Töpfe passen. Deshalb werden sie beim Umpflanzen oft abgeschnitten – und der Baum hat eine geringere Überlebenschance. Fichten sind so genannte Flachwurzler und können sich den Bedingungen in Pflanzenkübeln besser anpassen.

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Ist das Bäumchen einmal gekauft, geht’s an die Aufbewahrung. Nahe am Kaminfeuer, damit es nicht erfriert? Mitnichten! Auf dem kühlen Balkon fühlen sich die lebenden Bäume am wohlsten – dort ist der Temperaturunterschied zum vorherigen Aufenthaltsort nicht zu groß, der Baum bekommt Feuchtigkeit und kann mit Sauerstoff aus der Luft arbeiten. Ist kein Balkon vorhanden, wo der geschmückte Baum auf Dauer zur Geltung kommen kann, sollte zumindest nicht bis kurz vor knapp mit dem Aufstellen im Haus gewartet werden – am besten sollte sich der Baum zum Beispiel in Garage oder Keller akklimatisieren, bevor es in die Wärme geht. Nicht zuletzt sollte der Baum spätestens alle zwei Tage gewässert werden.

Bis zum nächsten Fest in den Garten pflanzen? Lieber nicht

Nach dem Fest sollte der durch Wärme und trockene Heizungsluft ausgelöste Stress für den Baum möglichst bald nachlassen: Raus mit dem Topf in kühlere Gefilde – wenn Bodenfrost herrscht, am besten wieder übergangsweise in Keller, Garage oder Wintergarten. Bewässert werden sollte weiterhin regelmäßig – im Freien am besten mit temperiertem Wasser.

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Kann der Weihnachtsbaum im Garten “übersommern“ und im nächsten Jahr wiederverwendet werden? Ja – oder besser gesagt: jein. Denn wer den Baum aus dem Topf nimmt und in die ausgehobene Gartenerde setzt, wird ihn dort im nächsten Jahr nicht mehr so einfach herausbekommen – oder zumindest nicht, ohne dass die lebenswichtigen Feinwurzeln beschädigt werden.

Experten raten deshalb allen “Wiederverwendern“, den Baum entweder im Topf zu belassen und auf der Terrasse oder an einem anderen hellen, kühlen Platz eine neue Heimat finden zu lassen. Oder aber den Baum im Topf in die Erde einzupflanzen und mitsamt demselben zum nächsten Fest wieder auszugraben: Die Wurzeln wachsen in der Zwischenzeit zwar aus dem Topf heraus, können mit drehenden Bewegungen allerdings aus der Erde gerissen werden, so dass der Baum überlebt und eine weitere Saison zur weihnachtlichen Augenweise werden kann.

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