Einfach nur direkt oder unhöflich? Diese Abfuhr geht viral

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Jemanden anzusprechen ist immer eine heikle Kiste. Ein bisschen Mut gehört dazu und es besteht das Risiko, dass das Gegenüber kein Interesse hat. Ein virales TikTok-Video offenbart, wie unterschiedlich verschiedene Menschen ein und dieselbe Situation einschätzen.

Die Abfuhr einer Frau geht derzeit in den sozialen Medien viral. (Symbolbild: Getty Images)
Die Abfuhr einer Frau geht derzeit in den sozialen Medien viral. (Symbolbild: Getty Images)

Avrey Ovard ist eine junge Frau, die mit ihrem YouTube-Kanal fast eine Million Follower erreicht und bei TikTok mehr als 180.000. Vor kurzem ging dort eines ihrer Videos durch die Decke, das sie so nicht geplant hatte und das wohl gerade deshalb den Nerv vieler Userinnen und User getroffen hat. In dem Clip ist sie selbst beim Training in einem Fitness-Studio zu sehen, bei dem sie sich filmt. Mit Ohrstöpseln in den Ohren und offensichtlich konzentriert dabei, ihre Übungen durchzuführen, wird sie von einem Mann angesprochen, von dem im Video nur die Beine zu sehen und die Stimme zu hören ist.

Zu jung – zu reich

Nachdem er ihr erzählt, warum er selbst dort trainiert, bekundet er sein Interesse an einem gemeinsamen Abendessen und fragt sie nach ihrer Telefonnummer. Die Antwort der Sportlerin: Es tue ihr leid, aber sie sei für den Mann, den sie auf 40 plus schätzte, einfach zu jung. Worauf dieser antwortet: "Und ich bin zu reich" und sich entfernt.

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"Schnippisch" und "diskriminierend"

Im Netz rief das Video zahlreiche sehr unterschiedlich geartete Kommentare hervor. Die eine Fraktion warf der Frau vor, dem Mann gegenüber "unhöflich" und "schnippisch" gewesen zu sein. Indem sie ihm sagte, dass sie zu jung sei, hätte sie impliziert, er sei zu alt.

Der Vorwurf dahinter: Altersdiskriminierung. Andere, darunter vor allem Männer, meinten, die junge Frau hätte ihre Abfuhr wenigstens besser begründen können. Was eine gute Begründung wäre: Zum Beispiel der Hinweis auf einen Freund.

Das "männliche Ego" und seine Tücken

Auf der anderen Seite fanden sich vor allem Userinnen, die an der Art und Weise der Abfuhr nichts Gemeines entdecken konnten. Erstens habe der Mann die junge Frau, die ihm keine auffordernden Signale wie ein Lächeln gesendet habe, einfach beim Training unterbrochen. Zweitens sei sie einfach nur direkt gewesen. Warum eine Frau einen festen Freund brauche, um ein Flirtangebot abzulehnen, erschloss sich ebenfalls längst nicht allen.

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Manche Userinnen brachten es so auf den Punkt: "Sie schuldet ihm keine Nettigkeit. Er hat sie unterbrochen, sie war direkt." Eine andere schrieb: "Wir haben es satt, um das fragile männliche Ego herumtänzeln zu müssen." Und auch die Antwort des Mannes, die alles andere als souverän war, bietet Anlass zur Kritik. Erstens, da er nicht wissen kann, ob er wirklich mehr verdient als die YouTuberin, was überdies bezweifelt werden darf. Zweitens, weil ein solcher Hinweis allgemein eher armselig wäre.

Für Frauen sind Fitness-Studios oft unwirtliche Orte

Gegenüber der Webseite "Bored Panda" wies Prof. Samantha Brennan, Co-Autorin des Buches "Fit at Midlife: A Feminist Fitness", auf die generelle Problematik von Fitness-Studios vor allem für Frauen hin. Viele Männer gingen davon aus, dass Frauen im Fitness-Studio ihre Aufmerksamkeit erregen wollten, was in den meisten Fällen nicht stimme. Die gleichermaßen funktionelle wie figurbetonte Fitnesskleidung trage ebenso dazu bei, dass Männer trainierende Frauen sexualisierten. 

Ihr Rat: Frauen sollten sich mehrere Fitness-Studios ansehen bis sie eines gefunden hätten, in dem sie sich wohl fühlen. Dafür sei oft das Personal entscheidend und eine gelebte Philosophie des gegenseitigen Respekts und der Inklusion.

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