Fotoprojekt zeigt: So unterschiedlich essen Kinder auf der ganzen Welt

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Der US-Fotograf Gregg Segal hat Kinder in verschiedenen Ländern mit ihrem alltäglichen Essen, fotografiert. Die Unterschiede sind erstaunlich und zeigen: Um gesund und vielfältig zu essen, muss man nicht reich sein.

Für sein Fotoprojekt dokumentierten die Kinder eine Woche lang, was sie gegessen haben. (Bild: Instagram / Gregg Segal / Verlag: powerHouse Books)

An seinem Fotoprojekt „Daily Bread“ (deutsch: “Tägliches Brot“) arbeitete der US-Fotograf Gregg Segal monatelang. Monate, in denen er immer wieder Kinder auf der ganzen Welt besuchte, die ein akribisch geführtes “Essenstagebuch“ für ihn anfertigten und sich schließlich nach Ablauf einer Woche von ihm fotografieren ließen: umringt von allen (natürlich reproduzierten) Mahlzeiten und Snacks, die sie in diesen sieben Tagen gegessen hatten.

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Von Mumbai bis Hamburg, von Sizilien bis Senegal: Segals Bilder geben interessante Einblicke in die kulinarischen Welten der Kinder. Dabei zeigen sich erstaunliche Unterschiede, die nicht nur auf regionalen kulinarischen Vorlieben basieren. Auch das Einkommen der Eltern und das wirtschaftliche Gefälle im Heimatland haben Einfluss auf die Ernährung und den kulinarischen Kosmos der Kinder – auch wenn zwischen zwei fotografierten Kindern vielleicht nur wenige Kilometer liegen mögen.

So isst das Kind eines indigenen Volkes am Amazonas vor allem gesunden frisch gefangenen Fisch, Reis, frisches Obst und Gemüse – während im schicken Vorort von Brasilia vor allem verarbeitete Lebensmittel und Fast Food serviert werden:

Die Idee zu “Daily Bread“ hatte Segal übrigens durch seine vorherige Fotoserie entwickelt, bei der er Menschen mit dem Müll, den sie innerhalb von sieben Tagen produzierten, fotografiert hatte. Die große Menge an Lebensmittelverpackung fiel dem Amerikaner auf – und der Weg zum neuen Projekt war nicht mehr weit: Wie gesund und nachhaltig ernähren sich Kinder heute, wie verantwortungsbewusst handeln ihre Eltern, wenn es um Ernährung geht und wo wird heutzutage vor allem noch zu Hause gekocht?

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Warum Segal sich gerade Kinder für sein Projekt aussuchte? “Essgewohnheiten, die sich in jungen Jahren entwickeln, bestehen ein Leben lang und ebnen oft den Weg zu chronischen Gesundheitsproblemen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Darmkrebs“, heißt es auf der Website des Fotografen, der sich während des Projekts oft über das Unwissen der Eltern über die Essgewohnheiten ihrer Kinder wunderte. “Die Reaktionen der Eltern auf das Essen ihrer Kinder zeigte, dass sie weniger über die Ernährung ihres Kindes wussten als man denken würde“, sagte Segal etwa im Gespräch mit "Chowhound.com".

Im Juni ist das Buch “Daily Bread: What Kids eat around the World“ erschienen, das die Fotoserie des Amerikaners mit Informationen und Details aus dem Projektverlauf zeigt:

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