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Porenstrips sind schlecht für deine Haut – so geht es besser

Richtige Pflege bei Mitessern und Pickeln

Nose Strip
Mit sogenannten Nose Strips soll man Mitesser von der Nase entfernen. Doch Expert*innen warnen vor der Verwendung. (Bild: Getty)

Egal, ob große Poren, fettige Haut oder kleine schwarze Mitesser auf der Nase - Drogerien sind voll von hilfreichen, aber leider auch zweifelhaften Hautpflegeprodukten. Ein besonders beliebtes Produkt sind sogenannte "Nose Strips" (auf Deutsch: "Nasen-Streifen"). Die Streifen, auch Porenstrips oder Mitesser-Pflaster genannt, enthalten Inhaltsstoffe wie Aktivkohle, Salicylsäure oder Teebaumöl, die gegen Mitesser und Pickel helfen sollen. Sie werden auf die angefeuchtete Haut auf der Nase geklebt und trocknen dort für 10-15 Minuten. Dann zieht man den Streifen langsam ab. Dabei sollen Talg, Schmutz und Hautschüppchen auf dem Strip hängenbleiben. Das Ergebnis der Reinigungsaktion ist anschließend in Form von kleinen weißen Spitzen auf dem Pflaster zu begutachten.

Unterschied Talgfilamente und Mitesser

Was jedoch nur die wenigsten wissen: Das, was an den Pflastern hängenbleibt, sind nicht etwa Mitesser, sondern sogenannte Talgfilamente (Sebaceous Filaments). Diese kleinen dunklen Pünktchen erinnern optisch an Mitesser. Die zylindrischen Strukturen entstehen, wenn Talg und abgestorbene Hautzellen in den Poren eingefangen werden und sich mit dem natürlichen Öl der Haut vermischen. Die Filamente sind normalerweise in der T-Zone des Gesichts zu finden, insbesondere auf der Nase, Stirn und dem Kinn. Sie sind besonders deutlich sichtbar, wenn die Poren vergrößert sind oder die Haut ölig ist. Durch Drücken von außen lösen sie sich als weißliche oder gelbliche Fäden. Obwohl sie oft mit Mitessern verwechselt werden, handelt es sich bei Talgfilamenten nicht um Mitesser, da sie keine Entzündung oder Infektion der Haut verursachen.

Was bewirken Porenstrips?

Benutzt man einen Nose Strip, um die vermeintlichen Mitesser loszuwerden, bewirkt man unter Umständen nur eine Verschlechterung des Hautbildes. Warum, das erklärt der Haut-Experte Leon in auf seinem Hautpflege-Kanal xskincare auf Instagram: "Ein grandioser Tipp um sich die Poren zu verschlimmern. (...) Das ist lediglich euer Hautfett in eurer Pore und dank dem Sauerstoff wird es dunkler." Wer an den Filamenten herumdrückt, riskiere durch die Prozedur die Entstehung echter Mitesser und noch größerer Filamente:

"Beim Ausdrücken schafft man nur noch mehr Platz, die Poren können sich weiten und man kann in einen nervigen Kreislauf gelangen. Porensauger und Nosestrips zeigen einem zwar 'Erfolge', welche aber nur für einen kurzen Zeitraum sind, denn eure Haut produziert immer Öl und dieses wird auch wieder oxidieren."Leon/xskincare

Durch die starke Klebewirkung der Pflaster kann zudem die oberste Hautschicht verletzt werden. Im schlimmsten Fall führen diese Verletzungen zu Entzündungen. Die Folge: ein unebenes, entzündetes Hautbild.

Wie wird man Talgfilamente los?

Am effektivsten gegen die schwarzen Pünktchen helfen laut Leon in manchen Fällen Salicylsäure, in manchen Vitamin A und in jedem Fall Glycerin, das den Talg geschmeidig hält. Zudem empfiehlt der Experte eine milde Reinigung, professionelle Treatments von Haut-Fachleuten, Sonnenschutz, eine gute Nachtcreme und... Skin Positivity. Denn auch mit all diesen Behandlungen werden Talgfilamente niemals völlig verschwinden. Sie gehören zum Hautbild einfach dazu.

Was hilft gegen Mitesser?

Bei Mitessern liegt eine mit klebrigem Talg und Schuppen gefüllte Pore zu Grunde. Das führt häufig zu einer Entzündung oder einem Pickel. Auch wenn es verführerisch ist: Selbst an Mitessern herumzudrücken, macht das Ganze meist nur noch schlimmer. Die beste Anlaufstelle bei Hautproblemen ist medizinisches Fachpersonal, wie Dermatolog*innen. Nach einer gründlichen Hautanalyse erhält man hier auch Empfehlungen für individuelle Behandlungsmöglichkeiten, wie etwa mechanische oder chemische Peelings sowie spezielle Präparate gegen Mitesser.