Sexualtherapeuten raten: Das sollte jeder über Sex wissen

Nicht nur bei Lustlosigkeit oder gegensätzlichen Wünschen suchen Menschen bei Sexualtherapeuten Rat: Was Paare, Singles, Jungfrauen und Sex-Erfahrene über die schönste Sache der Welt wissen sollten.

Sex ist ein Geben und Nehmen (Symbolbild: Getty Images)

Wann ist es eigentlich Zeit für eine Sextherapie? Diese Frage muss jedes Paar, jeder Single, jeder Sex-Neuling und -Erfahrene selbst erfahren. Doch Fakt ist: In den meist als Gesprächstherapie angelegten Sitzungen werden oft Bereiche angesprochen, die über bloße physiologische Probleme hinausgehen. Und tatsächlich gibt es einen gemeinsamen Nenner an Themen, die jeder über Sex kennen sollte. Eine Autorin des amerikanischen “Independent“ hat mit zwei Sexualtherapeuten über die wichtigsten Fakten rund um Sex gesprochen.

Bei Sex geht es um mehr als nur Sex

Das Wichtigste zuerst: Das Vorspiel muss nicht immer ein Vor-Spiel sein! Sprich: Nicht jedes erregende Geplänkel muss zielgerichtet im Geschlechtsverkehr enden, meint Stephen Snyder. Der Sexualtherapeut hat den Ratgeber “Love Worth Making“ geschrieben und betreibt seit Juli 2019 einen Sex-Podcast namens “Relationship Doctor“. Am glücklichsten sind Snyder zufolge demnach Paare, die gemeinsam erregt sein könnten, auch wenn es nicht zwingend zum Sex kommen wird: "In der Sexualtherapie nennen wir dies “Simmern’“, so der Therapeut gegenüber dem “Independent“. Dieses Simmern oder auch Sieden sei ein erweitertes Vorspiel, “wie das, was Teenager-Paare zwischen den Schulstunden machen. Klamotten an, aber definitiv erotisch.“ Ein solch ausgiebiges Vorspiel, das den Körper physisch und psychisch auf Sex vorbereitet, erhält demnach das Feuer in einer Beziehung – egal ob es am Ende zum Geschlechtsverkehr kommt oder nicht.

Der Höhepunkt ist wie ein Dessert

So wie das Vorspiel nicht nur auf den Geschlechtsverkehr aus sein sollte, muss auch nicht jeder Sex nur auf den Höhepunkt hinzielen. Geht es nach Sexualtherapeut Snyder, sollten Paare sich darauf konzentrieren, Sex zu genießen, ohne immer den Höhepunkt im Hinterkopf zu haben. “Im Idealfall sollte ein Orgasmus wie ein Dessert sein: eine großartige Möglichkeit, ein fabelhaftes Essen zu beenden, aber kaum der Grund, warum Sie zum Abendessen ausgegangen sind“, sagte Snyder zum “Independent“.

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Sex endet nicht immer für jeden befriedigend (Symbolbild: Getty Images)

Der weibliche Orgasmus ist so wichtig wie der männliche

Sollte diese Tatsache nicht schon längst im allgemeinen Verständnis verankert sein? Geht es nach Sari Cooper, Sexualtherapeutin und Direktorin des New Yorker “Center for Love and Sex“, kann über den weiblichen Orgasmus nicht genug gesprochen werden – insbesondere Frauen sollten demnach wissen, dass “ihre Lust und ihr Orgasmus genauso wichtig sind wie die ihres Partners“.

Schmerzen beim Sex müssen nicht sein

Mindestens genauso wichtig wie die Wertschätzung der weiblichen Lust: das Bewusstsein, dass Sex keine Schmerzen beinhalten sollte. Viele Frauen tut der Geschlechtsverkehr aus vielerlei, oft physiologischen Gründen weh, die Cooper zufolge jedoch mit professioneller Hilfe in Angriff genommen und beseitigt werden könnten.

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Sexuelle Wertschätzung bringt ein Paar in Einklang

Über Sex zu reden, ist manchmal erregend, besonders für junge Paare jedoch nicht immer einfach – besonders wenn es um das Ausdrücken eigener Wünsche geht. Für Sari Cooper ist dies jedoch der Schlüssel zu einem erfüllten Sexualleben: “Sexuelle Wertschätzung“ sei, so Therapeutin, “das Wissen und die Akzeptanz der eigenen Wünsche und Fähigkeiten, die erforderlich sind, um diese gegenüber einem Partner auszudrücken". Nur wer diese auch artikulieren kann, könne ein erfülltes Sexleben führen.