Was ist bakterielle Vaginose und wie wird sie behandelt?

Antonia Wallner
Freie Autorin

Bakterielle Vaginose ist eine der häufigsten Erkrankungen der Vagina und wird oft mit einer anderen Infektion verwechselt. Das kann unter Umständen zu gefährlichen Folgeerkrankungen führen. Woran erkennen Frauen die Vaginose und wie wird sie behandelt?

Bakterielle Vaginose gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Vagina. (Symbolbild: Getty Images)

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) schätzt, dass ungefähr fünf bis zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter an einer bakteriellen Vaginose leiden oder eine solche durchgemacht haben. Damit ist die Vaginose einer der häufigsten Erkrankungen der weiblichen Genitalien. Das Problem: Betroffene Frauen verschweigen ihre Symptome oft aus Scham oder verwechseln die Vaginose mit dem Scheidenpilz. Doch eine falsche oder fehlende Therapie kann ernste Folgen haben.

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Wie entsteht eine bakterielle Vaginose?

Die Krankheit entsteht, wenn das saure Milieu der Scheidenflora aus dem Gleichgewicht kommt. Sinkt der PH-Wert, nimmt die Zahl der schützenden Milchsäurebakterien ab und Krankheitserreger können sich unbegrenzt vermehren. Bei der Vaginose ist das die Gattung Gardnerella vaginalis. Die Infektion kann durch Geschlechtsverkehr ausgelöst werden, zählt dabei aber nicht zu den typischen Geschlechtskrankheiten, wie etwa Syphilis. Es gibt auch andere Risikofaktoren, die eine Vaginose begünstigen, unter anderem Stress oder eine sehr lange Periode. Einer der häufigsten Auslöser ist übertriebene Hygiene im Intimbereich mit mehrmaligen Waschungen und falschen Reinigungsmitteln.

Was sind die Anzeichen einer bakteriellen Vaginose?

Zu den Anzeichen gehört vor allem ein unangenehmer, fischiger Geruch und gräulich-weißer Ausfluss. Das Tückische: Weil die Frauen mangelnde Hygiene dafür verantwortlich machen, waschen sie sich noch mehr und machen alles nur noch schlimmer. Weil die Infektion auch völlig ohne Symptome auftreten kann, kann sie unter Umständen gefährliche Folgeerkrankungen begünstigen, wie etwa eine Eileiterentzündung oder eine Infektion der Gebärmutter. Bei Schwangeren kann Vaginose eine Frühgeburt auslösen und bei dem Ungeborenen zu einer Blutvergiftung führen. Umso wichtiger ist daher der regelmäßige Check beim Frauenarzt mit der Abstrich-Untersuchung.

Bakterielle Vaginose lässt sich leicht und gut mit entsprechenden Medikamenten behandeln und heilt innerhalb weniger Tage vollständig aus.

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