Aktuelle Studie: Gesunde Schlafgewohnheiten können das Risiko für Herzschwäche um 42 % senken

Style International Redaktion
·Lesedauer: 4 Min.

Genügend Schlaf hält nicht nur deinen Geist wach und lässt dich am nächsten Tag besser funktionieren, sondern kann auch das Risiko für eine Herzschwäche um 42 % verringern.

Ein Paar erholt sich tagsüber vom Jetlag in seinem Hotelzimmer
Ein Paar erholt sich tagsüber vom Jetlag in seinem Hotelzimmer

Zu diesem Ergebnis kam eine Beobachtungsstudie, die am 16. November in der Fachzeitschrift „Circulation“ veröffentlich wurde. Diese ist eine Zeitschrift der American Heart Association, die von 2006 bis 2010 408.802 Studienteilnehmer in Großbritannien beobachtet hat.

Etwa 26 Millionen Menschen weltweit sind von einer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz betroffen. Das bedeutet, dass das Herz nicht mehr genügend Blut in die Körperzellen pumpt. Dadurch kommt es zu Schwäche, Erschöpfung, Kurzatmigkeit und anderen Symptomen. Sie wird normalerweise durch andere Erkrankungen wie Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder Bluthochdruck ausgelöst, die das Herz schädigen können, so die Mayo Clinic. Man kann es anfangs aufgrund der Verteidigungsmechanismen des Körpers leicht übersehen: Laut der American Heart Association versucht das Herz erst seine Schwäche „auszugleichen“, indem es stärker und schneller pumpt, aber mit der Zeit entstehen dadurch Schäden.

Was ist gesunder Schlaf?

Um zu verstehen, was „gesunden Schlaf“ ausmacht, haben die Forscher fünf Faktoren berücksichtigt: Die Schlafdauer, Biorhythmen (sind die Teilnehmer „Morgen“- oder „Nachtmenschen“?), Schlafstörungen (Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen), Schnarchen und Schläfrigkeit tagsüber. Sie stellten fest, dass die gesündesten Schläfer sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht bekommen, früh aufstehen, selten oder nie unter Schlafstörungen leiden, nicht schnarchen und tagsüber nicht übermäßig müde sind.

Die Teilnehmer gaben all diese Informationen selbst an und machten auch Angaben über ihre Geschichte in Bezug auf Herzschwäche, die zusätzlich von Krankenschwestern und den Verfahrensvorschriften der Krankenhäuser bestätigt wurden.

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Zusammengefasst wurden die gesündesten Schlafgewohnheiten mit einem 42 % geringeren Risiko für Herzschwäche in Verbindung gebracht – und das sogar nach Angleich von Risikofaktoren wie Diabetes oder Medikamenteneinnahme. „Das ist das wichtigste Ergebnis”, so Dr. Lu Qi, Leiter des Obesity Research Centers der Tulane University gegenüber Yahoo Life. „Unsere Studie ist die erste, die diese fünf Angewohnheiten in einem neuen Schlafwert zusammenbringt und die erste, die diesen Wert auf ein Risiko für Herzschwäche untersucht. Vorhergegangene Studien haben individuelle Verhaltensweisen, nicht aber ihre Kombination analysiert.“

Wie in einer Pressemitteilung erklärt, war das Risiko einer Herzschwäche bei Personen, die früh aufstehen, 8 % geringer; bei Personen, die zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht schlafen, 12 % geringer; bei Personen ohne Schlafstörungen 17 % geringer und um 34 % geringer bei Personen, die sich tagsüber nicht erschöpft fühlen.

Bei der Studie handelte es sich um eine Beobachtung und es wurden die selbst angegeben Daten der Teilnehmer genutzt, was weniger zuverlässig ist, als selbst Daten zu sammeln. „Wir können zum Beispiel auch nicht sagen, warum ein Teilnehmer schnarcht und ob Schnarchen an sich eine Herzschwäche verursacht“, so Qi, „nur dass es Beweise für einen Zusammenhang gibt.“

„Ein gesundes Schlafmuster kann der Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems helfen und das Risiko für Herzschwäche auf verschiedene Arten verringern“, erklärt er. „Zum Beispiel haben frühere Studien gezeigt, dass ein gesundes Schlafverhalten die Lipide (Senkung der LDL und Verbesserung der HDL) und chronische Entzündungen verbessern kann."

Lebensweise ändern

Allerdings können Menschen ihre Lebensweise ändern, um ihre Schlafqualität zu verbessern, so Qi. Sie können zum Beispiel aufhören, nikotinhaltige Produkte zu konsumieren (die stimulierende Droge aus Zigaretten steht in Verbindung mit Schlafstörungen und Schlafapnoe) und anfangen, Sport zu treiben. Laut den Forschern von John Hopkins Medicine kann das an der stimmungsaufhellenden Wirkung von Sport liegen. „Das ist ein kognitiver Prozess, um natürlich in die Schlafphase überzugehen.“

„Die am weitesten verbreitete Theorie dafür, warum Menschen schlafen, ist, dass das Gehirn im Wesentlichen die 'Abfallprodukte', die während dem Tag produziert werden, abbaut", erklärt Dr. Timothy Morgenthaler, Co-Direktor des Zentrums für Schlafmedizin an der Mayo-Klinik, gegenüber Yahoo Life. „Diese Giftstoffe sind Nebenprodukte des Stoffwechsels, die sich in den Räumen zwischen den Gehirnzellen sammeln. Während dem Schlaf werden sie entfernt und die Zellen werden wiederhergestellt.“

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Ein Mangel an Schlafqualität wird mit einer ganzen Reihe von gesundheitlichen Problemen in Zusammenhang gebracht, wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sagt er. „Zum Beispiel gibt es stichhaltige Hinweise darauf, dass schlechter Schlaf Entzündungsreaktionen verstärken kann, die eine Verhärtung der Arterien zur Folge haben können.“

Laut der Center für Disease Control and Prevention sollten Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht bekommen – und ältere Personen sollten sogar noch ein bis zwei Stunden länger schlafen (und es gibt eine Reihe von altersgemäßen Empfehlungen für Kinder). Die Organisation rät auch dazu, sich an eine feste Schlafenszeit zu halten (Experten sagen, dass die innere Uhr dadurch besser lernt, aufzuwachen oder einfacher einzuschlafen), in einem dunklen, angenehmen Raum zu schlafen und vor dem Schlafengehen schwere Mahlzeiten, Koffein und Alkohol zu meiden.

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Elise Solé