Schwangere aufgepasst: Deshalb solltet ihr jetzt auf Lakritze verzichten

Angelika Zahn
Freie Journalistin

Entweder man liebt sie oder man hasst sie: Lakritze. Doch auch Liebhaberinnen der schwarzen Süßigkeit sollten in der Schwangerschaft besser darauf verzichten. Warum, das enthüllt eine wissenschaftliche Studie.

Der Inhaltsstoff Glycyrrhizin kann sich später auf die kognitive Fähigkeiten des Kindes auswirken. (Bild: Getty Images)

Wissenschaftler der Universität Helsinki bestätigen jetzt nochmal, was schon länger bekannt ist: Schwangere Frauen sollten besser keine oder nur sehr wenig Lakritze zu sich nehmen. Grund dafür ist der Inhaltsstoff Glycyrrhizin.

Lakritzwaren enthalten als charakteristische Zutat mindestens 3 Prozent Süßholzextrakt. Und dieser wird aus den Wurzeln des echten Süßholzes (Glycyrrhiza glabra) gewonnen und enthält Glycyrrhizin, das eine 50-fach höhere Süßkraft als Zucker besitzt.

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Untersuchungen mit fast 400 Kindern

Wie die Studie belegt, kann sich Lakritze deswegen negativ auf spätere kognitive Fähigkeiten des Kindes auswirken. Rund 380 Kinder im Alter von zwölf Jahren wurden dafür von den Forschern untersucht. Deren Mütter hatten, als sie mit ihnen schwanger waren, Lakritze in unterschiedlichen Mengen gegessen.

Die Kinder wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Die Mütter der Kinder in Gruppe 1 hatten keine oder nur sehr wenig Lakritze (durchschnittlich rund 47 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche) zu sich genommen, die Mütter der Kinder in Gruppe 2 dagegen relativ viel (durchschnittlich 845 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche). Zur besseren Einordnung: 250 Gramm Lakritze enthalten rund 500 Milligramm Glycyrrhizin.

Lakritze wird aus den Wurzeln von Süßholz gewonnen. (Bild: Getty Images)

Deutlich schlechtere kognitive Leistungen

Das Ergebnis ist erschreckend: Die Kinder aus der zweiten Gruppe schnitten bei kognitiven Tests deutlich schlechter ab. Sie brachten schlechtere Gedächtnisleistungen und ihr Intelligenzquotient war durchschnittlich um sieben Punkte niedriger. Außerdem hatten sie ein drei Mal höheres Risiko für eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) und die Mädchen waren schon früher in die Pubertät gekommen als ihre Geschlechtsgenossinnen.

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Nach der Schwangerschaft dürfen Mütter selbstverständlich wieder beherzt zugreifen: Lakritze wirkt schleimlösend bei Erkältungen und kann Magenbeschwerden lindern. Forscher haben zudem Hinweise darauf gefunden, dass Lakritz eine heilsame Wirkung bei Entzündungen hat und die Leberwerte bei chronischer Hepatitis senken kann.

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Außerdem enthält Lakritze Stoffe, die die Abwehrkräfte stärken. Dennoch sollten täglich nicht mehr als 50 Gramm vernascht werden – da zu viel Glycyrrhizin wiederum den Blutdruck in die Höhe treiben kann.