Urlaub: Diese Tierattraktionen kannst du mit gutem Gewissen besuchen

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Kamelreiten, ein Selfie mit dem Tanzbären und abends noch zur Elefantenshow: Tierschutz geht anders, so viel ist klar. Aber wie eigentlich? Im Ausland gelten oft andere Regeln, was den Umgang mit Tieren angeht – und was zunächst so tierfreundlich erschien, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als das Gegenteil. Tierfreundlich reisen – ist das überhaupt möglich? Worauf du achten solltest, wenn du im Urlaub exotische Tiere erleben willst, ohne unwissentlich Tierquäler zu unterstützen.

Bärenbabys werden oft als Selfie-Tiere feilgeboten. Darauf sollten sich Touristen auf keinen Fall einlassen. (Bild: Getty Images)

Ihre Bilder gingen um die Welt: Elefantenbabys, die grausam gequält werden, damit ihr Wille gebrochen wird und sie in Zukunft für Betreuer und Besucher keine Gefahr mehr darstellen. Das Perfide: Solche Methoden finden auch in vermeintlich tierfreundlichen Elefantenauffangstationen statt.

Tierische Fotobombe: Diese Giraffe will mit aufs Hochzeitsbild

Diese auch als Waisenhäuser getarnten Zentren werden jährlich von Tausenden Touristen besucht, denen nicht klar ist, dass sie mit ihrem Eintrittsgeld und weiteren Spenden Tierquäler statt Tierschützer unterstützen. Nur: Welche Tierattraktionen darfst du auf Reisen guten Gewissens besuchen, woran erkennst du gut getarnte Tierquälerei und wie kannst du auch am Urlaubsort Tierschutz unterstützen?

Worauf du auf Reisen verzichten solltest:

1. Tierdressur und Selfiebären

Um alles, was nach Tierdressur aussieht, solltest du einen weiten Bogen machen. Zirkustiere sowie Tanz-, Restaurant- und (ja, die gibt es auch!) Selfiebären müssen unnatürliche Darbietungen zeigen. Beim Erlernen der Dressur setzt man außerdem häufig auf Bestrafung – ganz davon abgesehen, dass in solchen Shows Tiere zu bloßen Unterhaltungsobjekten degradiert werden.  Dass dasselbe für Wett- und Sportkämpfe mit Tieren wie Hahnen- oder Stierkämpfe gilt, versteht sich wahrscheinlich von selbst.

Wegen Selfies in den Tod gestürzt: Wasserfall wird zum tragischen Schauplatz 

Situationen wie diese sind für einen Elefanten völlig unnatürlich. Tiere in Gefangenschaft können außerdem unberechenbar werden. (Bild: Getty Images)

2. Streichelzoos und Elefantenreiten

Auch so gemütlich aussehende Attraktionen wie Elefanten- oder Kamelreiten sowie kleine, familiär aussehende Streichelzoos mit Wildtieren solltest du nicht besuchen.

Von wegen Sommerurlaub: Diese TUI-Werbung wurde verboten

Dass wilde Tiere direkt mit dem Menschen interagieren, von ihnen gestreichelt oder gar gefüttert werden, ist nicht natürlich und dient sicherlich nicht deren Wohlergehen, sondern soll einfach nur Besucher anlocken.

3. Foto-Shows

Vor allem Fotos oder Selfies mit Tierbabys dienen nicht dem Tierschutz! Hier handelt es sich um reine Geschäftemacherei auf Kosten der Tiere, die meist zu früh von ihren Müttern getrennt, nicht artgerecht gehalten werden und aus freier Wildbahn stammen.

4. Vorsicht bei Souvenirs

Kaufe keine Souvenirs aus exotischen Tiermaterialien , z.B. Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer oder Lederprodukte aus Tierhäuten sowie Korallen. Die Einfuhr solcher Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist sowieso verboten. Auch lokale Speisen, die Fleisch aus undurchsichtiger Herkunft oder von Exoten beinhalten, solltest du nicht zu dir nehmen.

Hintergrund: Darum sind Muschelketten so ein problematischer Schmuck-Trend

Exotische Tiere auf Reisen erleben – so geht’s tierschutzkonform

1. So wenig Kontakt zu den Besuchern wie möglich

Nur seriöse Auffangstationen und Tierschutzzentren besuchen: In seriösen Einrichtungen hat das Wohl der geretteten Tiere oberste Priorität. Gesunde Tiere sollten so wenig Kontakt wie möglich zu Tierpflegern und gar keinen Kontakt zu Besuchern haben und nach Möglichkeit wieder ausgewildert werden.

Pssst: 10 Dinge, die Travel-Influencer lieber nicht verraten wollen

Der Anbieter sollte weder Tiere vorführen noch züchten. Schau im Vorfeld genau hin, auch wenn es sich um so wohlklingende Einrichtungen wie ein „Waisenhaus“ handelt, das die Tierbabys anscheinend vor dem sicheren Tod bewahrt hat.

Ein Elefant in einem afrikanischen Nationalpark. So nah kommen die Touristen den Tieren selten. (Bild: Getty Images)

Tipp: Wer sich bei in Pauschalreisen inkludierten Angeboten unsicher ist, fragt schon vor der Buchung beim Reiseveranstalter nach. Auch Online-Bewertungen auf internationalen Travel Websites helfen für eine Einschätzung.

2. Offizielle Nationalparks

Besuch in offiziellen Nationalparks: Zwar sind sowohl Definition eines Nationalparks wie auch Tierschutzverständnis in den Ländern unterschiedlich, aber alle Einrichtungen haben die Grundidee der Erhaltung großer, nicht durch Menschen veränderter Naturgebiete für die Nachwelt, inklusive der darin enthaltenen Tierarten.

Von wegen Superfood: Freiburger Professorin warnt vor Kokosöl

Natürlich sind die Kamele und Elefanten, die du sehen wirst, weiter weg als im Zirkus oder bei der Reitsafari – aber du siehst sie natürlich agierend, in freier Wildbahn und vor allem glücklich. Außerdem wird mit den Eintrittsgeldern jedes Besuchers aktiv der Schutz der freilebenden Tiere unterstützt.

3. Tierschützer vor Ort ausfindig machen

Engagement bei seriösen Tierrettungsstationen oder Hilfsaktionen: Tierschützer gibt es überall, auch an deinem Urlaubsort. Informationen über seriöse Angebote findest du im Netz und bei internationalen Tierschutzorganisationen. Vielleicht kannst du deinen Urlaub ja mit etwas Charity-Work verbinden oder dem Verein deiner Wahl vor Ort zumindest eine kleine Spende vorbeibringen.

So kannst du dich schon vor der Reise gegen tierquälerische Angebote am Urlaubsort einsetzen

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – deshalb sollten sich Reisende schon bei der Buchung ihres Urlaubs über tierquälerische Angebote am Urlaubsort informieren und am besten nur Reiseveranstalter auswählen, die solche Angebote nicht im Programm haben.

Vamos a la playa: Diese 5 Hacks erleichtern dir den Strandtag

Dann aber nicht vergessen, dies dem Reiseveranstalter auch mitzuteilen – denn nur wenn dieser weiß, dass gerade dieser Verzicht ihn attraktiv macht, wird er solche Angebote auch in Zukunft nicht anbieten.

Im Video: Urlaub – Wann ist eine Tollwut-Impfung ratsam?