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Better Life: So kann man dem Risiko früher Demenz entgegenwirken

Um das Risiko einer Demenz-Erkrankung zu verringern, sollte man bereits in jungen Jahren auf verschiedene Faktoren achten. Denn Studien belegen: Demenz ist nicht nur genetisch bedingt, sondern auch weitere Erkrankungen spielen eine Rolle.

Futter fürs Gehirn, damit der Geist in Bewegung bleibt. Nicht nur ältere Menschen, auch Jüngere können bereits viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome einer Demenz-Erkrankung entgegenwirken. (Bild: Getty Images)
Futter fürs Gehirn, damit der Geist in Bewegung bleibt. Nicht nur ältere Menschen, auch Jüngere können bereits viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome einer Demenz-Erkrankung entgegenwirken. (Bild: Getty Images)

Die Wissenschaft forscht seit Jahrzehnten nach Behandlungsmethoden und Medikamenten und 2023 scheint ein Durchbruch gelungen zu sein: In den USA wurde ein Wirkstoff namens "Leqembi" zugelassen, der den Krankheitsverlauf verlangsamen soll. Eine komplette Heilung von Demenz ist nicht absehbar – wichtigster Faktor ist den Forschenden zufolge nach wie vor die Früherkennung. Denn: Sind Gehirnzellen einmal abgestorben, wie es durch Eiweißablagerungen im Gehirn der Fall ist, können diese nicht mehr ersetzt werden. Prävention ist also das A und O, wie eine Demenz-Expertin bereits gegenüber Yahoo Life erklärt hat.

Demenz in jungen Jahren: körperliche und psychische Gesundheit ausschlaggebend

Das Durchschnittsalter der von Demenz betroffenen Menschen liegt zwar bei mindestens 65 Jahren, doch laut einer Studie aus dem Jahr 2021 leben schätzungsweise fast vier Millionen Menschen im Alter von 30 bis 64 Jahren mit dieser Krankheit, und die Fallzahlen steigen.

Zwar sind ein hohes Alter, das biologische Geschlecht (Frauen erkranken häufiger) und die Genetik wichtige Risikofaktoren, doch eine aktuelle Studie hat nun herausgefunden, dass auch Rauchen, (Prä)Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Depressionen, soziale Isolation und Hörverlust ursächlich sein können, bereits in jüngeren Jahren an Demenz zu erkranken.

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Bislang war man davon ausgegangen, dass junge Patient*innen das APOE4-Gen in sich tragen. Die neuen Erkenntnisse machen nun Hoffnung, einer Erkrankung vorbeugen oder sie zumindest verlangsamen zu können, da die Studie "unser Verständnis von Demenz im jungen Alter verändert und die Vorstellung in Frage stellt, dass die Genetik die einzige Ursache der Erkrankung ist, und verdeutlicht, dass eine Reihe von Risikofaktoren wichtig sein können", so Stevie Hendriks, Hauptautor der Studie, von der Universität Maastricht in den Niederlanden.

Neben körperlichen Faktoren spiele auch die psychische Gesundheit eine wichtige Rolle, darunter die Vermeidung von chronischem Stress, Einsamkeit und Depressionen, erklärte Hendriks weiter.

Kampf gegen Demenz: veränderbare Risikofaktoren beeinflussen

Es gibt zwar nach wie vor kein Heilmittel gegen Demenz, doch komplett machtlos steht man dem Thema auch nicht gegenüber: Wie die Studie zeigt, gibt es Risikofaktoren, auf die man Einfluss hat.

Die in der Fachzeitschrift JAMA Neurology veröffentlichte Studie verglich die Werte zwischen Gruppen, bei der einen trat eine frühe Demenz auf und bei der anderen nicht. Die Forschenden erfassten dabei die Blut-, Urin- und Speichelwerte sowie das Gewicht und andere Gesundheitswerte von 356.000 Männer und Frauen im Alter von 40 Jahren. Die Auswertung ergab, dass Alkoholmissbrauch, Diabetes, Depressionen sowie Herzerkrankungen und Schlaganfall, die beide mit hohem Blutdruck verbunden sind, das Risiko einer frühen Demenz erhöhen.

Erstaunlicher war allerdings die Erkenntnis, dass sich soziale Isolation, ein Leben mit Hörverlust und ein niedriger Vitamin-D-Spiegel als Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer früh einsetzenden Demenz herausstellten.

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Wie kann man Demenz vorbeugen?

Stevie Hendriks empfiehlt zur Vorbeugung nicht nur einen gesunden Lebenswandel (kein Rauchen, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung), sondern legt den Fokus auch darauf, geistig in Bewegung zu bleiben: "Seien Sie neugierig: Lernen Sie neue Dinge, verbringen Sie Zeit mit einem Hobby, bleiben Sie engagiert und sozial aktiv, indem Sie Freunde und Familien besuchen oder an gesellschaftlichen Zusammenkünften teilnehmen. Machen Sie regelmäßig Sport: Bleiben Sie in Bewegung, finden Sie auf allen Ebenen der körperlichen Betätigung, vom Gehen bis zum intensiven Training, etwas, das zu Ihnen passt."

Auch einen regelmäßigen Check beim Hausarzt, der die Werte hinsichtlich Vitamin D, Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker im Auge behalten sollte, sowie die Kontrolle des Gehörs gehören laut Hendriks zur Demenz-Prophylaxe.

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