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Better Life: Welche Vorsorgeuntersuchungen wann sinnvoll sind und in welchem Alter sie dir zustehen

Wer gesund blieben möchte, sollte sich frühzeitig und regelmäßig checken lassen. Viele der Vorsorgeuntersuchungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Welche dies sind, zeigen wir hier.

Wer gesund bleiben möchte, sollte sich regelmäßig checken lassen. Viele Vorsorgeuntersuchungen werden von der Krankenkasse bezahlt. (Bild: Getty Images)
Welche Vorsorgeuntersuchungen sind wann notwendig? (Bild: Getty Images)

Wer gesetzlich krankenversichert ist, ganz gleich ob Erwachsener oder Kind, hat einen Anspruch auf zahlreiche Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen, sowie Impfungen. Hier ein Überblick, welche davon man in welchem Alter von der Krankenkasse bezahlt bekommt.

Was man wissen sollte:

  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für regelmäßige Gesundheits-Checks und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

  • Wer daran teilnimmt, kann damit Punkte für Bonusprogramme sammeln, je häufiger, desto mehr Punkte und Zuzahlungen gibt es

  • Krankenkassen können zusätzliche Extras übernehmen. Zusätzlich gibt es Früherkennungsuntersuchungen als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

Welche Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene gibt es?

Wenn schwere Krankheiten früh erkannt werden, erhöht sich die Möglichkeit, rechtzeitig medizinisch zu reagieren und eine Verschlimmerung zu verhindern oder sogar vollständig zu heilen. Vorsorgeuntersuchungen sind daher eine wichtige Präventionsmaßnahme, die – im wahrsten Sinne des Wortes – Leben retten können.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat Anspruch auf zahlreiche regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen. Diese sind teilweise abhängig vom jeweiligen Geschlecht und Alter und werden in unterschiedlichen Abständen gewährt.

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Infografik: Vorsprung bei der Vorsorge | Statista
Infografik: Vorsprung bei der Vorsorge | Statista

Vorsorgeuntersuchungen für Männer und Frauen

  • ab 18 Jahren bis zum Alter von 35 Jahren: ein einmaliger, allgemeiner Gesundheits-Check-up beim Hausarzt

  • ab 35 Jahren: alle drei Jahre besteht der Anspruch auf einen allgemeinen Gesundheits-Check-Up zur Früherkennung zum Beispiel von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes beim Hausarzt. Seit Herbst 2021 gibt es im Rahmen dieses Check-Ups einmalig ein Screening auf eine Hepatitis B- und Hepatitis C-Virusinfektion. Mit diesem Screening sollen unentdeckte Infektionen erkannt und frühzeitig behandelt werden, um dadurch Spätfolgen zu verhindern. Liegt der letzte Check-up keine drei Jahre zurück, kann das Screening übergangsweise auch separat erfolgen.

  • ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening (Früherkennung), bei dem die Haut des gesamten Körpers überprüft wird. Dieses Screening darf nur von Ärzten und Ärztinnen vorgenommen werden, die über eine kassenärztliche Zulassung und – das ist wichtig – über eine Genehmigung für das Hautkrebs-Screening durch die Kassenärztlichen Vereinigungen verfügen. Auf welche Ärzte dies zutrifft, können Sie den Seiten der für Ihre Region zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung entnehmen. Dies können sowohl Haut- als auch Hausärzte oder Internisten sein. Obacht: Hautärzte, die nicht diese spezielle Genehmigung der kassenärztlichen Vereinigung besitzen, bieten Hautkrebs-Screening häufig als Leistung für Selbstzahler an

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Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

  • ab 20 Jahren: einmal jährlich eine Genitaluntersuchung (Pap-Abstrich) zur Früherkennung von Krebserkrankungen beim Gynäkologen.

  • bis 25 Jahre: jährlicher Test auf Chlamydien-Infektion beim Gynäkologen.

  • ab 30 Jahren: Zur bisherigen Krebsvorsorge kommt eine jährliche Brust- und Hautuntersuchung beim Gynäkologen hinzu. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Patientin bei der regelmäßigen Früherkennung auch in die Selbstuntersuchung der Brust geschult wird.

  • ab 35 Jahren: alle drei Jahre ein kombiniertes Screening aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test beim Gynäkologen.

  • ab 50 Jahren: jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl zur Früherkennung von Darmkrebs (z.B. beim Hausarzt).

  • ab 50 bis 75 Jahren: Zur Früherkennung von Brustkrebs erhalten Frauen alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammographie-Screening. Dieser Anspruch endet mit dem 76. Geburtstag. Voraussichtlich ab 1. Juli 2024 können sich Frauen im Alter von 70 bis 75 Jahren bei den Zentralen Stellen für einen Untersuchungstermin in einer wohnortnahen Screening-Einheit anmelden. Dort wird die Anspruchsberechtigung überprüft. Bei dieser Terminanfrage muss die letzte Früherkennungs-Mammographie mindestens 22 Monate zurückliegen. Voraussichtlich ab 2026 werden alle Frauen ab 70 Jahren eine schriftliche Einladung erhalten.

  • ab 55 Jahren: Früherkennung von Darmkrebs - und zwar wahlweise alle zwei Jahre als Test auf verborgenes Blut im Stuhl oder durch zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren.

Ab 50 übernehmen die gesetzlochen Krankenkassen die Kosten für eine regelmäßige Mammografie. (Bild: Getty Images)
Ab 50 übernehmen die gesetzlochen Krankenkassen die Kosten für eine regelmäßige Mammografie. (Bild: Getty Images)

Vorsorgeuntersuchungen für Männer

  • ab 45 Jahren: jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata beim Urologen.

  • ab 50 Jahren: Früherkennung von Darmkrebs - und zwar im Alter von 50 bis 54 Jahren wahlweise als jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl (z.B. beim Hausarzt) oder ab 50 Jahren durch zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren beim Gastroenterologen.

  • ab 65 Jahren: einmaliger Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader bei bestimmten Hausarztpraxen, Urologen, Internisten und Chirurgen mit entsprechender Genehmigung der kassenärztlichen Vereinigung.

Neben den eben erwähnten Vorsorgeuntersuchungen kann jede Krankenkasse zusätzlich noch weitere Untersuchungen als freiwillige Leistungen vorsehen. Dies sollten Sie von Fall zu Fall persönlich mit ihrer Krankenkasse klären.

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Diese wichtigen Impfungen für Erwachsene gibt es und in diesen Abständen sollten sie verabreicht werden

Neben Früherkennungsuntersuchungen gehört auch lang anhaltender Schutz gegen Infektionen zu den Vorsorgeleistungen. Unabhängig von Alter und Geschlecht übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für alle Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden. Daneben kann jede gesetzliche Krankenkasse noch weitere Impfangebote als freiwillige Leistung anbieten. Dies sollte jedoch vor dem Piks mit der jeweiligen Kasse abgeklärt werden.

Zu den, von der STIKO, empfohlenen Auffrischungsimpfungen gehören u.a.:

  • Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie alle zehn Jahre.

  • Keuchhusten (Pertussis) einmal im Erwachsenenalter (18 bis 60 Jahre).

  • Masern einmalig, wenn Sie nach 1970 geboren wurden, älter als 18 Jahre sind und einen unklaren Impfstatus haben oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden.

  • ab 60 Jahren einmalige Impfung gegen Pneumokokken.

  • Jährliche Grippeimpfung für chronisch Kranke, Schwangere, Personen ab 60 Jahren und Menschen mit erhöhter Infektionsgefahr, zum Beispiel medizinisches Personal.

  • Gürtelrose (Herpes Zoster), wenn Sie entweder über 60 Jahre alt sind oder eine Grunderkrankung wie Diabetes oder Asthma haben und 50 Jahre oder älter sind.

  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) für alle, die sich in Risikogebieten innerhalb Deutschlands aufhalten und möglicherweise mit Zecken in Kontakt kommen. Welche Gebiete innerhalb Deutschlands zu den Risikogebieten zählen, finden Sie in den aktuellen Hinweisen im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts.

Wer sich impfen lässt, sollte sein Impfbuch nicht vergessen, damit man auch in ein paar Jahren noch weiß, wann man gegen was geimpft wurde.

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Gesetzliche Krankenkassen kommen auch für zahlreiche Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchen von Minderjährigen auf. Von der Geburt bis zur Volljährigkeit werden u.a. für folgende Untersuchungen die Kosten übernommen.

In den ersten sechs Lebensjahren gibt es insgesamt zehn Untersuchungen, die sogenannten U-Untersuchungen U1 bis U9, inkl. U7a, in denen Sinnes-, Atmungs- und Verdauungsorgane, Skelett und Muskulatur und angeborene Stoffwechselstörungen untersucht sowie mögliche Entwicklungs- und Verhaltensstörungen festgestellt werden können. Neben diesen Untersuchungen gibt es mehrere Regelimpfungen - unter anderem zu Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Mumps und Röteln. Eltern erhalten nach der Geburt ein Untersuchungsheft, in dem alle wichtigen Untersuchungen aufgelistet sind.

Für Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 Jahren gibt es eine weitere Untersuchung zum Check der körperlichen Verfassung und seelischen Entwicklung (Jugendgesundheitsuntersuchung/J1). Informationen hierzu sind auf den Internetseiten des Gemeinsamen Bundesausschusses zu finden.

Außerdem zahlen die gesetzlichen Krankenkassen, nach einer ärztlichen Beratung, die Schutzimpfung gegen Krebs des Gebärmutterhalses (HPV-Impfung) für Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen HPV nicht nur für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren, sondern seit Juni 2018 auch für alle Jungen in diesem Alter. Jugendliche, die bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht gegen HPV geimpft worden sind, sollten die Impfung noch vor dem 18. Geburtstag nachholen.

In den ersten sechs Lebensjahren gibt es insgesamt zehn wichtige Untersuchungen beim Kinderarzt. (Bild: Getty Images)
In den ersten sechs Lebensjahren gibt es insgesamt zehn wichtige Untersuchungen beim Kinderarzt. (Bild: Getty Images)

Für vollständigen Schutz: Bei HPV-Impfung an zweiten Termin denken

Kosten sparen mit den Bonusprogrammen

Um ihre Versicherten zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu bewegen, habe die gesetzlichen Krankenkassen verschiedene Bonusprogramme entwickelt. Wer an einem Bonusprogramm angemeldet ist, und die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen mittels Stempel des durchführenden Arztes nachweisen kann, erhält einen finanziellen Zuschuss und sonstige Boni.

Bonusheft beim Zahnarzt

Das bekannteste Bonusprogramm dürfte das Bonusheft beim Zahnarzt sein. Wer seine Zähne regelmäßig kontrollieren und sich dies vom Zahnarzt bestätigen lässt, wird von den gesetzlichen Krankenkassen mit finanziellen Zuschüssen belohnt. Und eine regelmäßige Zahnkontrolle macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar. Normalerweise werden von den Krankenkassen beim Zahnersatz nur die Hälfte der Kosten für die Regelversorgung übernommen. Lässt man fünf Jahre hintereinander mindestens einmal im Jahr seine Zähne kontrollieren, gibt es einen Zuschuss von 60 Prozent, bei zehn Jahren werden sogar 65 Prozent der Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Wer regelmäßig seine Zähne kontrollieren lässt, bekommt von der gesetzlichen Krankenkasse höhere Zuschüsse. (Bild: Getty Images)
Wer regelmäßig seine Zähne kontrollieren lässt, bekommt von der gesetzlichen Krankenkasse höhere Zuschüsse. (Bild: Getty Images)

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Neben zahlreichen Vorsorgeuntersuchungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, bieten viele Arztpraxen darüber hinaus weitere spezielle Tests und Vorsorgeuntersuchungen an. Die Kosten hierfür werden aber nicht von den Krankenkassen getragen, sondern müssen privat bezahlt werden. Dabei handelt es sich um sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGel-Leistungen). Das diese Untersuchungen durchaus kostspielig sein können, sollten Patienten, bevor sie eine solche Igel-Leistung in Anspruch nehmen, Rücksprache mit ihrer Krankenkasse halten, inwieweit kostenpflichtige Zusatzbehandlungen im Einzelfall sinnvoll sind. Im Vorfeld sollte auch geklärt werden, ob die Krankenkasse doch für einen Teil der Kosten aufkommt, denn bereits privat geleistete Zahlungen werden nachträglich meist nicht von der Krankenkasse erstattet.

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