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10 Fakten: Die Gesundheitsfragen, die im Netz am häufigsten gestellt werden

Aneurysma bis Scharlach: Die wichtigsten Antworten im Überblick

Bei Gesundheitsfragen ist die erste Anlaufstelle oft Dr. Google. Was wurde in den vergangenen Monaten am häufigsten im Netz gesucht? Wir haben die Top Ten der Gesundheitsfragen - und die Antworten darauf.

Google sollte bei Gesundheitsfragen nie den Arztbesuch ersetzen, kann aber für erste Informationen hilfreich sein (Symbolbild: Getty Images)
Google sollte bei Gesundheitsfragen nie den Arztbesuch ersetzen, kann aber für erste Informationen hilfreich sein. (Symbolbild: Getty Images)

Gesundheitlicher Rat aus dem Internet ist mit Vorsicht zu genießen, doch für ein erstes Informationsangebot befragen viele auch beim Thema Gesundheit als Erstes Dr. Google. Wichtig ist hierbei, wie unter anderem die Verbraucherzentrale rät, sich nicht von den Ergebnissen verunsichern zu lassen – im Internet können schon simple Suchanfragen zu schlimmen virtuellen Diagnosen führen – sich nicht blind zu medizinischen Behandlungen oder Medikamenten verleiten zu lassen und vor allem vom Internet niemals den Arztbesuch ersetzen zu lassen.

Infografik: Doktor Google, wie schlimm ist es? | Statista
Infografik: Doktor Google, wie schlimm ist es? | Statista

Um sich schon einmal vorab zu einem Thema informieren, ist für viele Google jedoch unerlässlich. Die meistgesuchten Gesundheitsfragen im Netz stellen dabei stets ein Abbild der aktuellen Sorgen der Deutschen dar – zu denen 2023 erstmals seit Langem nicht mehr Corona, Covid und Co. gehört haben. Stattdessen spiegeln sich in den Top Ten der meistgegoogelten Gesundheitsfragen der vergangenen Monate die Scharlachwelle und die grassierenden Magen-Darm-Infekte wieder. Doch auch einige überraschende Dinge wollten die Deutschen wissen. Hier die meistgesuchten Gesundheitsfragen und die dazu passenden Antworten (in aller Ausführlichkeit, wenn ihr auf den Link klickt).

Was ist Scharlach?

Mehr als alles andere wollte Deutschland von Dr. Google wissen, was Scharlach genau ist. Kein Wunder: Nach einem Ausbleiben der üblichen Scharlach-Welle in Kindergärten und Schulen während der Corona-Pandemie kam es zu einem intensiven Nachholeffekt mit mehr Fällen als üblich – und die Kinderkrankheit hat auch einige Erwachsene erwischt.

Was also ist Scharlach? Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch A-Streptokokken ausgelöst wird – ein Erreger, der sich normalerweise für Mandel- oder Rachenentzündungen verantwortlich zeichnet. Scharlach entsteht, wenn dieses Bakterium ein bestimmtes Gift namens Scharlachtoxin produziert. Sie gilt als klassische Kinderkrankheit, weil am häufigsten Kinder zwischen drei und zwölf Jahren betroffen sind – es kann jedoch jeder daran erkranken.

Zu den klassischen Symptomen gehören ein geröteter Rachen, geschwollene Mandeln und Lymphknoten sowie eine belegte Zunge, die sich nach wenigen Tagen zur sogenannten "Himbeerzunge“ (gerötet mit geschwollenen Geschmacksknospen) entwickelt. Die weiteren Symptome können variieren, häufig treten jedoch zusätzlich Fieber, Schüttelfrost, Husten und Schmerzen an Kopf, Gliedern und Hals auf.

Was essen bei Magen-Darm?

Was ein Magen-Darm-Infekt ist, muss niemand mehr googeln: Er gehört zu den wahren Evergreens der Gesundheitsprobleme, den jeder sich hin und wieder einmal einfängt. Auch die Symptome lassen hierbei selten einen Zweifel daran, was gerade mit dem Körper nicht stimmt. Um es mit Dr. Cox aus "Scrubs" auszudrücken: Der Körper weigert sich, jegliche Nahrung lange bei sich zu behalten und gibt sie dann wieder ab – sei es beim oberen Ausgang oder dem unteren. Dementsprechend ist die Frage, die sich häufiger stellt, was man bei Magen-Darm überhaupt noch zu sich nehmen kann, ohne dass es sofort wieder herausbefördert wird.

Tatsächlich gibt es einige Nahrungsmittel, die man bei einem Magen-Darm-Infekt besser verträgt als andere. Allerdings sollte man hierbei dem Drang widerstehen, stark stopfende Lebensmittel zu sich nehmen, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät. Da der Körper über Durchfall auch die auslösenden Erreger loswird, würde dies den Krankheitsverlauf noch verlängern. Auch Scharfes, Schweres beziehungsweise Fettiges oder Zuckerhaltiges belastet den Körper eher, ebenso wie schwer verdauliche Lebensmittel (zum Beispiel Hülsenfrüchte oder Fermentiertes).

Stattdessen sollte man auf folgende Lebensmittel setzen:

  • Salzstangen

  • Zwieback

  • Reiswaffeln

  • Bananen

  • gekochtes Gemüse (beispielsweise Möhrenbrei)

  • gekochte Haferflocken (am besten die zarten, die sich zu einem suppigen Brei kochen lassen)

Wichtig ist bei Magen-Darm auch, viel zu trinken, da der Körper viel Flüssigkeit verliert – doch Achtung vor dem Mythos, dass Cola gut für Magen-Darm-Beschwerden ist. Der Zucker darin kann eher belasten. Tabu sind auch Kaffee, Kohlensäure oder Alkohol. Stattdessen sollte man auf folgende Getränke setzen:

  • Brühe

  • stilles Mineralwasser

  • stark verdünnte Fruchtsäfte

  • milde, ungesüßte Tees

  • leichter Schwarztee, gemischt mit Orangensaft und Wasser (jeweils ein Drittel)

Was ist HIV?

Etwas überraschender taucht an dritter Stelle der meistgesuchten Gesundheitsfragen die Frage danach auf, was HIV ist. In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen vergleichsweise gering. Doch da dies nicht zuletzt auf gute Aufklärung rund um das Thema HIV und Aids zurückzuführen ist, ist die Platzierung nicht unerfreulich.

HIV bezeichnet keine Krankheit, sondern einen Erreger: Die Abkürzung steht für Human Immunodeficiency Virus (deutsch: Menschliches Immundefekt-Virus). Übertragen wird das Virus über Blut, Sperma oder Vaginalsekret und damit in fast allen Fällen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder unsaubere Nadeln beim Drogenmissbrauch. Auch eine HIV-positive Mutter kann ohne Behandlung ihr Kind bei der Geburt oder beim Stillen infizieren. Dass man sich bei alltäglichen Interaktionen mit HIV ansteckt, muss hingegen niemand fürchten.

Das HI-Virus greift für die Immunabwehr zuständige Zellen im Körper an und schwächt damit auf Dauer das Immunsystem. Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sich daraus schließlich Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome – deutsch: erworbenes Immunschwächesyndrom) entwickeln. Hierbei ist das Immunsystem so stark zerstört, dass der Körper Krankheiten und Infekten schutzlos ausgeliefert ist. Dank moderner Medikamente wird jedoch nicht nur der Ausbruch von Aids verhindert, sondern oft auch die Übertragung von HIV. Neben Wissen um die Infektion ist es also auch wichtig, sich nach jeder Risikobegegnung wie ungeschütztem Verkehr testen zu lassen, um sich entsprechend behandeln zu lassen.

Was ist Aneurysma?

Aneurysma ist ein Thema, das viele Menschen direkt oder indirekt betrifft. Schätzungsweise zwei Millionen Menschen leben in Deutschland mit einem Aneurysma im Gehirn. Besonders häufig treten Aneurysmen jedoch auch im Bauchraum auf.

Grundsätzlich kann sich ein Aneurysma jedoch überall im Körper bilden, da jede Art von Blutgefäß betroffen sein kann, wenn auch Aortenaneurysmen am üblichsten sind. Ein Aneurysma entsteht, wenn die bluttransportierenden Gefäße sich zu stark erweitern und eine örtlich begrenzte, krankhafte Aussackung bilden. Diese nennt man – basierend auf dem altgriechischen Wort für Aufweitung – Aneurysma. Oft kommen sie ohne Symptome einher, weswegen sie als stille Gefahr gelten. Auf Dauer können sie das betroffene Gefäß nämlich so sehr, dass es entweder einreißt (Aortendissektion) oder sogar platzt (Ruptur).

Eine Ruptur macht sich durch plötzliche starke Schmerzen, Übelkeit und innere Blutungen (erkennbar an Schwäche oder Schwindel) bemerkbar und ist immer ein Fall für Notarzt oder Notaufnahme.

Magen-Darm wie lange ansteckend?

Magen-Darm-Infekte finden sich noch ein zweites Mal auf der Top Ten Liste der meistgesuchten Gesundheitsfragen. Denn sie sind nicht nur unangenehm, sondern auch hochansteckend, weswegen sich bei vielen die Frage stellt, ab wann man wieder zur Arbeit gehen oder Kinder wieder in Kita oder Schule schicken kann.

Übertragen werden die Viren und Bakterien, die Magen-Darm-Infekte auslösen, fäkal-oral durch sogenannte Schmierinfektionen. Ein häufiger Auslöser ist, wenn sich nach dem Toilettengang die Hände nicht ausreichend gewaschen und danach gemeinschaftlich genutzte Gegenstände berührt werden – von Türgriffen bis Computertastaturen. Von dort können die Erreger auf weiteren Händen, dann in der Nahrung und schließlich in Mund und Magen landen.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Stand: 2016
Wie wird Magen-Darm übertragen? (Bild: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Stand: 2016)

Solange die Symptome präsent sind – bei Magen-Darm also in der Regel Erbrechen und Durchfall – sind auch die Erreger noch aktiv. Doch auch danach kann man die Keime noch in sich tragen. Je nach Erreger sollte man also 48 Stunden warten, nachdem die Symptome abgeklungen sind. Bestimmte Viren wie das Norovirus können auch zwei Wochen danach noch im Körper sein – Hygiene ist bei einer solchen Infektion also oberste Pflicht.

Scharlach wie lange ansteckend?

Auch Scharlach ist äußerst ansteckend. Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, also durch winzige Sekrettropfen aus den Atemwegen, beispielsweise durch Husten, Niesen oder auch Sprechen.

Entscheidend ist bei Scharlach, ob und wie er behandelt wurde: Wird wie vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlen ein Antibiotikum verabreicht, werden die Erreger schon nach 24 Stunden nicht mehr ausgeschieden. Ohne Behandlung gilt Scharlach bis zu drei Wochen nach Auftreten der ersten Beschwerden ansteckend.

Bei Scharlach lohnt es sich, die Zunge im Blick zu behalten (Bild: Getty Images)
Bei Scharlach lohnt es sich, die Zunge im Blick zu behalten. (Bild: Getty Images)

Übrigens ist es ein Mythos, dass man nach überstandener Erkrankung ein Leben lang immun gegen Scharlach ist. Immunität besteht nur gegen das Scharlachtoxin, das den Infekt ausgelöst hat – da es jedoch viele davon gibt, kann man auch immer wieder an Scharlach erkranken.

Was tun gegen Husten?

Husten hat seinen Sinn und Zweck – er soll Erreger aus den Atemwegen befördern – doch er ist auch anstrengend und raubt einem den Schlaf. Gegen Husten kann man sowohl mit Medikamenten als auch mit Hausmitteln vorgehen, wobei bei ersteren zwischen produktivem Husten (also verschleimter Husten mit Auswurf) oder unproduktivem, also trockenem Reizhusten unterschieden werden. Vor allem produktiver Husten sollte nie mit Hustenstillern unterdrückt werden, damit der keimbelastete Schleim abgehustet werden kann, und bei trockenem Reizhusten bringt Hustenlöser wenig.

Hausmittel sind meist nicht wissenschaftlich belegt, doch bestimmte sind von ärztlichen Leitlinien abgesegnet – allen voran Inhalation mit Salzwasser (hierbei etwa neun Gramm Salz in einen Liter Wasser mischen). Wichtig ist auch, ausreichend zu trinken, um den Schleim zu lösen und die Atemwege zu befeuchten. Wenn der Husten dadurch oder von alleine nicht weggeht: ab zum Arzt.

Ab wann Fieber senken?

Auch Fieber gehört zu den Krankheitsanzeichen, die der Immunabwehr dienen, da sich Krankheitserreger bei 36 bis 37 Grad am wohlsten fühlen, jedoch anstrengend für den Körper sind und ab einem gewissen Grad gefährlich werden können. Dennoch sollte man Fieber bei Kindern und Erwachsenen nicht senken, solange die Körpertemperatur unter 39 Grad liegt. Bei Erwachsenen sollte es sogar erst geschehen, wenn Fieber über 39 Grad mehr als zwei Tage anhält oder die Temperatur auf über 40 Grad klettert.

Eine Ausnahme bilden Säuglinge und Babys unter drei Monaten: Hier sollte schon ab 38 Grad immer ein Arzt konsultiert werden. Ohne ärztliche Rücksprache sollte auch gerade Kindern kein Medikament verabreicht werden.

Bei Fieber helfen oft kühle Wickel (Bild: Getty Images)
Bei Fieber helfen oft kühle Wickel. (Bild: Getty Images)

Stattdessen sollte man das Fieber sanft senken, beispielsweise durch kühle Wickel an Waden, Stirn oder Handgelenken. Wichtig ist auch eine erhöhte Trinkmenge, da der Körper bei Fieber mehr Flüssigkeit verliert, und Bettruhe.

Was ist Epilepsie?

Epilepsie gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheiten und betrifft in Deutschland etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung. Ärzte sprechen von Epilepsien oft in der Mehrzahl, weil es sich dabei um verschiedene neurologische Erkrankungen handelt, die sich auch unterschiedlich ausprägen können. Definiert wird eine epileptische Erkrankung zudem immer durch wiederholt auftretende Anfälle. Viele junge Menschen erleiden im Alter unter 20 Jahren einmal einen vereinzelten Anfall – der macht allerdings noch keine Epilepsie aus.

Diese epileptischen Anfälle entstehen, wenn die Hirntätigkeit vorübergehend gestört ist und es zu verstärkten elektrischen Entladungen von Nervenzellen kommt – je mehr Nervenzellen beteiligt sind, desto stärker der Anfall. In vielen Fällen kann Epilepsie mit Medikamenten behandelt werden.

Was passiert, wenn man zu wenig trinkt?

Wer keine Flüssigkeit zu sich nimmt, stirbt innerhalb weniger Tage – doch auch zu wenig zu trinken, kann verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Eine Dehydration beginnt mit ersten Symptomen, die einem dringend signalisieren, schnellstens etwas zu trinken. Dazu gehören:

  • Durst

  • trockener Mund und trockene Haut

  • Kopfschmerzen

  • dunkler und weniger Urin

  • Schwindel

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche

  • erhöhte Körpertemperatur

  • Verwirrtheit (vor allem bei älteren Menschen)

Infografik: Genug getrunken? | Statista
Infografik: Genug getrunken? | Statista

Verschwinden diese Anzeichen auch nach Flüssigkeitsaufnahme nicht, muss eventuell eine Infusion her – eine Dehydration kann also auch ein Fall für den Arzt sein.

Dauerhaft drohen nämlich nicht nur Harnwegsinfektionen, sondern auch Bluteindickung und dadurch akute Herz- und Kreislaufprobleme oder Niereninsuffizienz bis hin zum Nierenversagen. Beides kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Besser ist es also, stets genug zu trinken – 1,5 Liter sollten es mindestens sein.

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