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Better Life: Studie enthüllt die größten Risikofaktoren für frühe Demenz

Junger Mann mit Ärztin
Auch jüngere Menschen unter 65 Jahren können unter bestimmten Voraussetzungen an Demenz erkranken. (Symbolbild: Getty)

Demenz ist eine Krankheit, die oft, aber nicht immer mit dem Alter kommt. 2018 lebten in Deutschland rund 73.000 demente Menschen in einem Alter zwischen 30 und 64 Jahren. Weltweit geht die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass es 2019 knapp sieben Millionen Menschen mit einer von mehreren Demenzformen wie Alzheimer gab, die erst zwischen 40 und 64 Jahren alt waren.

In einer Studie der University of Exeter und der Universität Maastricht haben Wissenschaftler*innen jetzt potenzielle Risikofaktoren ausgemacht, die erklären, warum manche Menschen teilweise schon weit vor ihrem 65. Geburtstag an Demenz erkranken. Es handelt sich deshalb um ein Novum, weil sich die große Mehrheit der Studien zum Thema Demenz eben auf die älteren Patient*innen konzentrieren, die überwiegend betroffen sind.

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Infografik: Demenzerkrankungen treten in Zukunft häufiger auf | Statista
Infografik: Demenzerkrankungen treten in Zukunft häufiger auf | Statista

15 Faktoren können Demenz positiv oder negativ beeinflussen

Insgesamt 350.000 britische Proband*innen mit einem Durchschnittsalter von 54,6 Jahren haben an der Studie teilgenommen, wobei im Lauf der Untersuchung bei 485 von ihnen eine Demenz auftrat. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin JAMA Neurology veröffentlicht und lassen auf die größten Risikofaktoren für eine frühe Demenz schließen, die hier in absteigender Form aufgelistet sind:

  • Orthostatische Hypotonie (Störungen der Blutdruckregulation)

  • Depression

  • Alkoholmissbrauch

  • Schlaganfall

  • Genetische Risikofaktoren wie das doppelte Vorliegen des ApoE4-Gens, wodurch das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung verzehnfacht wird

  • Soziale Benachteiligung

  • Diabetes (bei Männern)

  • Herzerkrankung

  • Vitamin-D-Mangel

  • Schwerhörigkeit

  • Hohe Werte an C-reaktivem Protein

  • Soziale Isolation

Soziale Isolation gilt als Risikofaktor für Demenzerkrankungen. (Bild: Getty Images)
Soziale Isolation gilt als Risikofaktor für Demenzerkrankungen. (Bild: Getty Images)

Experten( )Wissen: Demenz – Wen sie betrifft, was sie bedeutet und wie du vorbeugen kannst

Dagegen wurden ein moderater Alkoholkonsum, Bildung und die Griffstärke als Ausdruck der Muskelqualität als Faktoren ausgemacht, die mit einem niedrigeren Demenzrisiko einhergehen. Dieses Ergebnis lässt allerdings noch Raum für Interpretation. Es bedeutet nämlich nicht unbedingt, dass Menschen mit Depression oder Schwerhörigkeit eher an Demenz erkranken. Diese Faktoren könnten aber das Sozialleben der Betroffenen beeinträchtigen, was das Demenzrisiko erhöht. Umgekehrt wird "moderates Trinken" als solches auch keiner Demenz vorbeugen. Wahrscheinlicher ist, dass Menschen, die weniger häufig Alkohol konsumieren, diesen Lebensstil oft aus gesundheitlichen Gründen pflegen und entsprechend auch an anderen Stellen besser auf sich achtgeben.

Demenz: Psychische Gesundheit spielt wichtige Rolle

Gegen die genetische Veranlagung kann man freilich nichts tun. Andere Risikofaktoren wie etwa der sozialen Isolation kann man aber vorbeugen – zum Beispiel, indem schlecht Hörende sich ein Hörgerät besorgen oder Menschen mit wenigen sozialen Kontakten sich in Vereinen engagieren oder Kurse belegen. Tanzkurse zum Beispiel fördern nicht nur die Gehirnaktivität, sondern halten auch körperlich fit und finden in der Gemeinschaft statt.

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Sebastian Köhler, der an der Universität Maastricht als Professor für Neuroepidemiologie tätig ist und an der Studie als Hauptautor beteiligt war, betont: "Neben körperlichen Faktoren spielt auch die psychische Gesundheit eine wichtige Rolle, darunter die Vermeidung von chronischem Stress, Einsamkeit und Depressionen." Und Professor David Llewellyn von der University of Exeter fasst die Bedeutung der Studie so zusammen: "Die Studie zeigt zum ersten Mal, dass wir möglicherweise Maßnahmen ergreifen können, um das Risiko der Erkrankung zu verringern, indem wir auf eine Reihe verschiedener Faktoren abzielen."

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